Herzlich Willkommen auf Schloss Bockfliess!

Graf Tono Goess gab als Kind ab und zu geheime Führungen durch sein Zuhause. Das war ein gutes Geschäft für den Kleinen, denn das Schloss war eigentlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Hier wird gewohnt. Damals wie heute. Doch wir dürfen mit rein.

An sich wirkt das Schloss ja fast wie eine Burg. Kein Wunder, es hat ja auch schon so manchem Stand gehalten. Besonders stolz ist man noch heute, dass die ganze Ortschaft vor den Türkenangriffen im 17. Jahrhundert geschützt werden konnte. Die Säbelhiebe im Tor verraten, dass die Türken nur bis hierher kamen. Das Ende des zweiten Weltkriegs in Europa wurde hingegen auf russisch im Schloss gefeiert.

Wir werden mit einem Glas Schloss Bockfliess begrüßt. Jahrgang 1959. Hier hat der Wein eine lange Tradition. Lasst uns erstmal anstoßen und durchatmen. Zum Wohl!

Wir wollen mehr über die Weinbau-Geschichte des Schlosses erfahren, deshalb führt uns Graf Goess in den ehrwürdigen Schlosskeller. Der Keller ist heute nicht mehr in Verwendung, aber der imposante Bau zeigt, dass er es mehrere Jahrhunderte lang war.

Drinnen erwarten uns zwei imposante, kunstvoll verzierte Baumpressen. Sie sind die einzigen spiegelverkehrt angeordneten Baumpressen Österreichs und mit 1698 datiert. Faszinierend sind sie wohl mit ihren furchteinflössenden Schnitzereien, die von den Türkenkriegen erzählen.

Die gräflichen Weingärten breiten sich gleich neben dem Schloss auf dem tiefgründigen Lössboden Riede Hochfeld aus. Der Südhang blickt über das weite Marchfeld und wird vom Norden her durch den Hochleitenwald geschützt. Für die Kelterung seiner Weine hat sich Graf Goess die Starwinzer Roman und Roman Josef Pfaffl geholt.